12 Mai 2011

"Irrfahrt" eines Dreimastclippers vor der Algarveküste


Die moderne Dreimastbark "Stad Amsterdam", die auf den Weltmeeren als Schul- und Charterschiff für Gäste unterwegs ist und auch an Regatten und Seglertreffen teilnimmt, war am Sonntagmorgen nach einer Atlantiküberquerung von Boston kommend vor dem nächsten planmäßigen Hafen von Faro eingetroffen.
Dort sollten am Donnerstag, dem 12.05., neue Gäste und Proviant an Bord genommen werden. Der Kapitän entschloss sich, die Zeit mit Segelmanövern zu verbringen und nachts auf offener See vor der Hafeneinfahrt innerhalb der 12-Meilenzone zu ankern.

Daraus wurde leider nichts, da die Marinepolizei das Ankern innerhalb der portugiesischen 12-Meilenzone vor Faro untersagte. Auf Nachfrage des Kapitäns, wo er ankern dürfe, wurde dieser auf den Hafen von Faro verwiesen, sofern die Hafenverwaltung dies gestatte. Also wurde brav der Anker gelichtet und der Hafen von Faro angefahren, für den man aber erst für den 12.05. turnusgerecht angemeldet war.
Nachdem der Hafenkapitän von Faro zunächst sein "OK" verlautbart hatte, wurde kurze Zeit später die Anlandung am Kai des Hafens untersagt und der Kapitän an den Hafen von Portimão verwiesen - " .... sofern man dort die Anlandung gestatte!"

In der Hoffnung auf einen ruhigen und erholsamen Sonntag in Portimão erhielt das Schiff nach mehreren Stunden von der Hafenverwaltung von Portimão das "OK" . Daraufhin wurde der Anker gelichtet und die Reise zum 50 sm entfernten Hafen von Portimão angetreten. In Sichtweite des Hafens erkundigte sich der Kapitän nach der genauen "Landeposition" im Hafen und erhielt die Aussage
" .. miles removed from the coast and a water depth of 40 meters".

Entnervt liess man auf der Bark die Anker fallen; bei desem Manöver meldete sich das Handy des Kapitäns mit einer SMS mit dem interessanten und sicherlich trostvollem Inhalt "Welcome to Portugal. .....".
Heute am 12.05. lag das Schiff dann endlich in "seinem" Etappen-Zielhafen" Faro - ordnungsgmäss vertäut und angelegt an der Pier. Wenige Rage später wird sich die Bark wieder ihren Weg durch die Ria Formosa suchen, um Portugal - wahrscheinlich "fluchtartig" - in Richtung Mittelmeer zu verlassen.

Quellen: http://www.stadamsterdam.com/content/news/log/2011/05/08
http://adefesadefaro.blogspot.com/2011/05/algarve-criminalidade-baixa-15-na.html
http://www.stadamsterdam.com/content/home/index.xml

1 Kommentar:

kadi hat gesagt…

Ja Klasse...!
.. aber wo kämen wir auch hin wenn jeder machen könnte ... was er will..
Bürokratie - auch wenn sie maretim ist, ist überall die selbige.