24 Mai 2013

Brüssel und das Olivenöl-Problem

Der in Brüssel ausgeheckte Plan, europaweit die Ölkännchen auf den Restauranttischen zu verbieten, wurde gestern nach Protest vor allem aus den nordischen Ländern zurückgezogen, wie die Presse berichtet.
Was aber kaum jemand weiss: In Portugal müssen bereits seit 2006 verschlossene (und damit auch etikettierte - und das allein ist den Ölproduzenten wohl wichtig) - Behälter/Flaschen auf dem Tisch der Gaststätte stehen. Der entsprechende portugiesische Erlass wird aber offensichtlich nur selten auf seine Einhaltung überprüft. Die Lebensmittelaufsicht ASAE hat seit 2006 lediglich 69 Verstösse geahndet.
Trotz des Rückziehers aus Brüssel, das in der port. Presse als Einknicken gegenüber den Nordländern bezeichnet wird, bleibt nach Angabe des Landwirtschaftsministeriums die portugiesische Regelung bestehen.
Bisher haben nur die grossen Olivenölproduzenten  Portugal, Italien und Griechenland das "Kännchenproblem" geregelt. Sie wollen die Konsumenten vor Betrug schützen und  Qualität, Herkunft und Haltbarkeit ds Olivenöls kenntlich machen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Dass die portugiesische Presse die Rückname der Richtlinie als Einknicken vor den nordischen Ländern bezeichnet, ist verwunderlich. Ich würde sie eher als Kapitulation vor dem mündigen Verbraucher und als kleinen Sieg über die Brüsseler Regulierungswut bezeichnen, die den Bürger bevormundet und den Gastwirten das Leben noch schwerer machen würde. Wieso garantiert ein Etikett auf der Flasche eine hohe Qualität? Und wieso lässt sich der portugiesische Gast vom Staat die Entscheidung abnehmen, ob das Öl, das vor ihm auf dem Tisch steht, von hoher oder geringer Qualität ist?