30 August 2016

Aljezur: Stiftung Aga Khan unterstützt Archäologie

In ein wichtiges archäologisches Projekt an der Westküste im Bezirk Aljezur kommt Bewegung.
Bereits seit 2002 legen Archäologen in unregelmässigen Abständen die Spuren des "Ribat da Arrifana" frei. Dabei handelt es sich um die Überreste einer Grenzbefestigung aus dem 12. Jahrhundert, das zur Zeit der islamischen Besiedlung sowohl als Militärfestung und Gebetsstätte diente. Auf der ganzen iberischen Halbinsel gibt es nur noch zwei "Ribats", eine im spanischen Alicante und die "Ribat da Arrifana". Das Gebiet oberhalb der Klippen etwa 1km nördlich vom bekannten Surferstrand Praia da Arrifana steht seit 2013 unter Denkmalschutz (monumento nacional) inerhalb einer "zona protegida". 
Die Fortführung der Ausgrabungsarbeiten und die Errichtung eines Interpretationszentrum scheitert bisher an den Eigentumsverhältnissen. Nach einem Bericht der Zeitung sulinformacao gehört das felsige Gebiet einem Deutschen, der vom port. Staat die stolze Summe von 1,2 Millionen Euro verlangt. Nun hat Kultusminister Luis Castro Mendes bei einem Besuch vor Ort am letzten Freitag erklärt, ein Enteignungsverfahren durchzuführen. Unterstützt wird das Projekt auch durch die Stiftung Aga Khan, die ein grossses Interesse daran hat, die Spuren des Islam in Portugal zu erhalten. 
Die milliardenschwere Aga Khan Stiftung der Ismailitengemeinschaft hat Portugal als Hauptsitz erkoren und wird seinen bisherigen Sitz in Genf nach Lissabon verlegen. Zu diesem Zweck hat der Aga Khan im Frühjahr bereits den Henrique Mendonca Palast in Lissabon für 12 Millionen Euro erworben.

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